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Kundelfingerhof |
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Die Geschichte vom KundelfingerhofDer Kundelfingerhof mit seinen grossen Quellen, diente wahrscheinlich schon den Römern als Siedlung oder Lagerplatz für ihre Pferde, da schon damals der nur einige hundert Meter entfernte Rhein gegen Norden eine natürliche Grenze bildete, die streng bewacht wurde und mit Wehrtürmen versehen war. Nachdem die Alemannen von Norden her die Römer zurückdrängten, entstand die alemannische Siedlung "Kundelfingen". Dieser Name wird abgeleitet vom Personennamen "Cundolf" oder "Kundolf" und bedeutet "der kühne Wolf". Dieser Cundolf war das Oberhaupt einer Grossfamilie und vermutlich der Gründer des Hofes. Eine Urkunde aus dem Jahre 1273 bezeugt, dass der Ritter Rudolf von Strass von der Grafschaft Kyburg, eine Mühle und Grundstücke in Kundelfingen an das Kloster Paradies verschenkte. Von dieser Zeit an bis zur Aufhebung des Klosters Paradies im Jahre 1838, gehörte der Hof zu den Klöstern Paradies und St. Katharinental. Nebst der Landwirtschaft wurden am wasserreichen Bach sieben Mühlen betrieben, und ein kleingewerblicher Betrieb zur Bleichung des damals hauptsächlich verwendeten Leinentuchs siedelte sich an. Nach mehreren Handänderungen konnte Wilhelm Spiess, der Urgrossvater des heutigen Eigentümers, 1870 den Hof in Pacht übernehmen und sieben Jahre später von einem Pfarrer Wägelin vom Paradies teilweise käuflich erwerben. Das Herzstück des Hofes, die grosse "Kundelfinger Quelle" sowie auch das frühere Mühlengebäude (heute Fischereihaus) und der Mülibach, auch Schwarzach genannt, waren damals noch im Besitz von Güterhändlern, die einen Grossteil des ehemaligen Klosters Paradies samt deren Aussenhöfe aufkauften. Um das Jahr 1900 entdeckte Grossvater Hermann Spiess 50 Meter westlich der Hauptquelle, die er damals nicht nutzen durfte, eine eigene Quelle. Diese diente ihm zur Versorgung des Hofes mit Trinkwasser und ab 1901 auch zur Erzeugung elektrischen Stroms. 1906 versuchten die Liegenschaftenhändler der ehemals klösterlichen Güter ihr letztes Objekt, die Kundefinger Quelle, an die Stadt Schaffhausen für Trinkwasserzwecke zu verkaufen. Da Schaffhausen schon damals bereits Grundwasser für die Wasserversorgung förderte wurde diese Kaufofferte, die sich auf Fr. 20'000.-- bezifferte, abgelehnt. Dadurch kam Hermann Spiess zum Zuge. Er konnte noch im gleichen Jahr nach einer zähen Verhandlung die Quelle samt Umfeld um Fr. 10'500.-- käuflich erwerben. Diese beiden Quellen, sowie eine kleinere Nebenquelle unterhalb der Hauptquelle, hatten eine konstante Leistung von 5'000 bis 6'000 Litern Trinkwasser pro Minute. 1909 wurde eine grössere Turbine eingebaut, die von der Hauptquelle gespiesen wird und bis ca. 1980 elektrischen Strom für den Hof lieferte. Sie ist noch heute funktionstüchtig. Nachdem nun genügend Wasser vorhanden war, wurden um 1915 die ersten Fischteiche gebaut. In den Jahren 1900 bis 1930 wurde der Hof unter der Führung von Grossvater und später Vater Hermann Spiess laufend vergrössert und ausgebaut. Die drei historischen Riegelbauten, deren Grundmauern nach Schätzungen 300 bis 800 Jahre alt sind, wurden renoviert und umgebaut, neue Oekonomiegebäude erstellt und der Hof durch verschiedene Landzukäufe auf die heutige Betriebsfläche von 37 ha vergrössert. Die Forellenzucht wurde über Jahrzehnte als Nebenerwerbszweig zum Landwirtschaftsbetrieb geführt. In den sechziger Jahren wurden die Zuchtanlagen in mehreren Bauetappen ausgebaut. Auch in diese Zeit fiel die Gründung der heute sehr bekannten Fischräucherei sowie der Fischhandelsbetrieb mit einem breiten Angebot von Süsswasser- und Meerfischen. Auch das beliebte Holzofen-Bauernbrot vom Kundelfingerhof, das schon seit Generationen selbst gebacken wurde, wird seit 30 Jahren in kleingewerblicher Produktion erzeugt und verkauft. Seit jeher ist die Betriebsführung und Produktionsweise so ausgerichtet, dass für die Herstellung der auserlesenen Spezialitäten und Delikatessen grösste Sorgfalt angewendet wird. Die Produktion im Fischzucht- und Landwirtschaftsbetrieb ist ganz im Sinne des Naturschutzes auf tiergerechte und umweltschonende Zucht- und Anbaumethoden angelegt. 1992 wurden die Quellen durch die seismischen Messungen der Nagra beschädigt. Seit dieser Zeit ist die Leistung der Quellen um 20 % oder ca. 1'000 l Wasser pro Minute reduziert. Die Gesamtleistung beträgt heute noch 4'000 - 5'000 l Wasser pro Minute. Aus diesem Grund wurde die Fischzucht auch noch in eine andere Richtung erweitert, mit Fischen, die nicht vom Quellwasser abhängig sind, sondern vorwiegend in stehendem Wasser leben. Diese Anlage, die später zum "Naturpark Kundelfingerhof" ausgebaut wird, ist zurzeit noch im Bau. |
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