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Rundgang
Der Rundgang in der oberen Zuchtanlage ist für Kunden und Passanten zu den
üblichen Geschäftszeiten geöffnet und ohne Anmeldung frei begehbar.
Er bietet die Möglichkeit, die obere Fischzuchtanlage
mit den Kundelfinger Quellen zu besichtigen. Dank dieser Sehenswürdigkeit,
der idyllischen Lage des Hofes sowie dem nahen Kontakt zur ländlichen Produktion,
ist der Kundelfingerhof ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Vereine und Gesellschaften.
Erklärung der Nummerierung zum Rundgang
- Fisch-Bruthaus
Das Bruthaus dient der ersten Lebensphase der Jungfische. Hier werden in den Bruttrögen
in der Zeit vom November bis Mai ca. 300'000 Forelleneier (Regenbogen-, Bach- und
Goldforellen und Bachsaiblinge) erbrütet. Die Jungfische verlassen das Bruthaus nach ca.
einem halben Jahr in der Grösse von 4-6 cm.
- Jungfisch-Aufzucht
Es gibt im Betrieb drei voneinander unabhängige Jungfisch-Aufzuchtstationen,
bestehend aus drei bis fünf Aufzuchttrögen. Nach der Zeit im Bruthaus werden die
jungen Forellen nach der Grösse sortiert und in die Jungfisch-Aufzucht umgesiedelt.
Die Jungfische verweilen 4-6 Monate in den Aufzuchttrögen und werden dann in der
Grösse von 8 - 15 cm in die Aufzuchtteiche umgesetzt.
- Freiland-Zuchtteiche
Diese Teiche bilden den ältesten Teil der Anlage und bestehen seit über 70 Jahren.
Sie dienen hauptsächlich zur weiteren Aufzucht der Jungfische, die dann nach einigen
Monaten aus Platzgründen wieder versetzt werden. Im Winter werden die Teiche vorübergehend
auch für die abgelaichten Zuchtforellen benuzt.
- siehe oben
- Aufwärmteich
Das Quellwasser im Kundelfingerhof entspringt mit einer Temperatur von 9,5 °C und
ist somit für das Wachstum der Fische etwas zu kalt. Im Aufwärmteich wird ein Teil
des Zuflusses für das Bruthaus und die 1. Aufzuchtstation gleichmässig durch die Sonne aufgewärmt.
Gleichzeitig wird in diesem Teich Plankton gezüchtet, das für die Jungfische die erste natürliche
Nahrung bildet.
- Zuchtforellenteich
Die Forellen können im Alter von drei Jahren erstmals erfolgreich für die Nachzucht verwendet werden.
Sie versehen ihren Dienst während 3-4 Jahren und erreichen in dieser Zeit ein Stückgewicht
von bis zu 6 kg. Beim Ablaichen in den Wintermonaten müssen die Fische für kurze Zeit aus
dem Wasser gehoben und von Hand abgestreift werden. Eine weibliche Forelle kann pro Laichperiode
und Jahr bis zu 10'000 Eier produzieren.
- Obere Nebenquelle
Die Zuchtanlagen im Kundelfingerhof werden von einer Haupt- und zwei Nebenquellen mit
frischem Trinkwasser versorgt. Die obere Nebenquelle wurde im Jahr 1900 von Hermann Spiess (
Grossvater) entdeckt und gefasst. Sie leistet bis 600 Liter Wasser pro Minute.
Dieses wurde einige Jahre über eine Turbine zur Lichtstromerzeugung genutzt.
- Hauptquelle
Sie besteht vermutlich seit der letzten Eiszeit und konnte 1906 zusätzlich zum Betrieb
erworben werden. Nebst der Speisung der Forellenzucht diente sie über 70 Jahre zur Stromerzeugung.
Mit ihrer Leistung von 2'800 bis 4'500 Litern Wasser pro Minute stellt sie 85% der gesamten
Wassermenge aller drei Quellen ( Ø 4'200 Minutenliter).Die Quelle entspringt im halbkreisförmigen
hinteren Teil des Weihers. Die Belüftungsanlage sorgt für den nötigen Gasaustausch und die
Sauerstoffanreicherung. Interessant ist nicht nur die relativ grosse Leistung, sondern die Tatsache,
dass diese Quelle mitten im Flachland entspringt und somit keine Reserven aus einem darüber
liegenden Bergmassiv zur Verfügung stehen. Um den Jungfischen ein möglichst sauberes Wasser
bereitzustellen, werden in beiden Quellteichen keine Fische gehalten.
- Wasserrad und Wassertreppe
Sie dienen ebenfalls dem Gasaustausch und der Sauerstoffanreicherung des Wassers.
Vor gut 100 Jahren lief an der gleichen Stelle ein grosses Wasserrad, das zum Antrieb
einer Mühle diente.
- Untere Nebenquelle
Sie entspringt unterhalb der Wassertreppe und leistet bis 300 Liter Wasser pro Minute.
- 2. Jungfisch-Aufzuchtstation (3 grüne Kunststofftröge)
- Freiland-Fischteiche für die Endaufzucht der Forellen
- siehe oben
- Lautsprecher zur Vogelabwehr
Während im unteren Zuchtbetrieb eine komplette Drahtbespannung über die ganze Anlage
grösseren Vogelarten den Zugriff zu den Fischbeständen verwehrt, werden in der oberen Anlage
gefiederte Fischräuber (Fischreiher, Kormorane, Enten, Möven ect.) durch optisch-akustische
Massnahmen ferngehalten. Da diese Raubvögel vorwiegend nachts und in der Dämmerung aktiv sind,
lassen sie sich mit verschiedenen Blinksystemen und sechs in der Anlage montierten Lautsprechern,
die Angstschreie von verschiedenen Vogelarten ausstrahlen, abwehren. Wegen der schnellen Angewöhnung
werden diese Abwehrmassnahmen nur sporadisch eingesetzt.
- Oberes Klärbecken, dahinter 3. Jungfisch-Aufzuchtstation
Die Klärung und Aufbereitung des Wassers, das durch den Stoffwechsel der Fische leicht
belastet wird, erfolgt durch 3 Klärbecken, die in beiden Zuchtbetrieben angeordnet sind.
Bereits im ersten Durchgang wird eine Ausscheidung der Schwebstoffanteile von 70% erreicht.
Durch Belüftung des Wassers und der natürlichen Reinigung durch Wasserpflanzen, wird das Wasser
wieder in bester Qualität weitergeleitet.
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